DFG 3D-Viewer

Während webbasierte GIS-Funktionalitäten zur Verarbeitung und Visualisierung von 2D-Geometrien mit standardisierten Diensten und Formaten realisiert werden können, haben sich entsprechende Techniken zur Verwaltung und Analyse von 3D-Daten bislang noch nicht etabliert. Ähnlich sind bisherige webbasierte 3D-Viewer wie sketchfab.com oder 3dwarehouse.sketchup.com kommerzielle Angebote und bieten weder Rechtssicherheit noch eine verifizierte Langzeitverfügbarkeit der Daten oder eine wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit. Es fehlen weithin anerkannte Minimalstandards zur Dokumentation von 3D-Modellen und Lizensierung.

Die Entwicklung einer digitalen 3D-Viewerinfrastruktur für geschichtswissenschaftliche 3D-Rekonstruktionen soll zum ersten Mal als dauerhaftes Infrastrukturangebot einerseits eine nachhaltige Zugänglichkeit sowie Archivierung von Rohdatensätzen und Metainformationen ermöglichen, andererseits durch die Erzeugung von 3D-Webmodellen aus gängigen Datentypen eine Kollaboration sowie einen Fachdiskurs am virtuellen Modell ermöglichen.

Übergeordnete Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines digitalen 3D-Viewers für digitale, quellen-basierte 3D-Rekonstruktionen. Teilziele sind:

  • Schaffung eines interdisziplinären Anwendungsprofils
  • Workflow zur Ablieferung eines 3D-Modells im Repository
  • 3D-Präsentation im DFG-Viewer
  • Aufbau eines 3D-Repositoriums
  • Rechtekonzept
  • Dissemination

Laufzeit: 01.04.2021 – 31.03.2023


Alpha Version

Seit Juli 2022 ist eine erste Alpha Version des DFG 3D-Viewers öffentlich zugänglich. Zur Veranschaulichung gibt es die Möglichkeit prototypische 3D-Modelle in einem externen Repositorium anzusehen.

Der DFG 3D-Viewer ist eine medientypologische Erweiterung des DFG-Viewers und aktuell an der SLUB Dresden zugänglich unter diesem Link. Er basiert weiterhin auf Kitodo.Presentation, das um eine mit three.js realisierte 3D-Viewer-Komponente ergänzt wurde. Der Quellcode des gesamten DFG-Viewers und aller Komponenten ist Open Source und auf GitHub zu finden.

Das Repositorium mit prototypischen 3D-Modellen findet sich hier. Es handelt sich um eine an der Hochschule Mainz im Aufbau befindliche Instanz der virtuellen Forschungsumgebung WissKI.


Projektbeteiligte

Der Fokus der Juniorprofessur Digital Humanities an der Friedrich-Schiller-Universität Jena liegt auf einer hochkarätigen, internationalen sowie interdisziplinären Forschung und Lehre zu bild- und objektbasierten Wissensmedien und -prozessen in den Bereichen Digital Humanities und Digital Cultural Heritage. Das Themenspektrum beinhaltet die Untersuchung des Informationsverhaltens, Informationssysteme sowie Aspekte musealer Vermittlung und der bildlichen Wissensdarstellung. Die Juniorprofessur beschäftigt sich ebenfalls mit der theoretischen Reflexion und Systematisierung der Digital Humanities sowie der Lehrforschung, um digitale Kompetenzen aufzubauen.

Prof. Dr. Sander Münster (Projektleitung)

Seine Arbeitsfelder liegen in den Bereichen Digitale 3D-Rekonstruktionen, 3D-Digitalisierung von Kulturerbe, Informationssystemen für 3D-Modelle, Wissenschaftsanalyse und Informetrik und dem feld visueller Forschungsprozesse und visueller Wahrnehmung.

Clemens Beck (Projektkoordination)

Seine Arbeitsschwerpunkte liegen sowohl im Umfeld der Digital Humanities/Digital History sowie der Historischen Netzwerkanalyse als ach im Bereich der Mittelalterlichen Geschichte sowie der Historischen Grundwissenschaften.

Das Architekturinstitut der Hochschule Mainz setzt sich zum einen mit den Anforderungen einer wissenschaftlichen Dokumentation einer computergestützte 3D-Modellierung, zum anderen mit der web-basierten Visualisierung digitaler 3D-Modelle zerstörter bzw. nicht realisierter Bauwerke auseinander. Dabei stehen die FAIR data principles in dem Vordergrund der Arbeit.

Prof. Dr.-Ing. Piotr Kuroczyński (Projektleitung)

Beschäftigt sich seit 2001 mit der computergestützten 3D-Rekonstruktion vom kulturellen Erbe. Sein Fokus liegt dabei auf der Datenmodellierung, Interoperabilität und Visualisierung der wissenschaftlichen (digitalen) Erkenntnisse.

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) ist eine der größten wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland. Als klassische Landesbibliothek sammelt und archiviert sie umfassend Veröffentlichungen über Sachsen sowie die in Sachsen erscheinenden ablieferungspflichtigen Publikationen. Als Bibliothek der Technischen Universität Dresden trägt sie die Informationsversorgung einer forschungsstarken Volluniversität mit besonders breitem Fächerspektrum. Als Staatsbibliothek erfüllt die SLUB wichtige Koordinierungs- und Dienstleistungsfunktionen für die Bibliotheken im Freistaat Sachsen und darüber hinaus.

Sebastian Meyer (Projektkoordination)

Projektkoordinator für Drittmittelprojekte in der IT-Abteilung und Stabsstelle für IT-Strategie. Seit 2009 Entwickler des DFG-Viewers und dem zugrundeliegenden Framework Kitodo.Presentation als Referenzimplementierung METS-basierter Anwendungsprofile der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Fördergeber